Uro-Onkologie
DGU-Kongress 2026: Wegweisende Innovationen für die urologische Onkologie
Wie der Informationsdienst Wissenschaft (idw) aus Düsseldorf meldet, endete der 78. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) am 19. September mit rund 6.800 Teilnehmenden.

Unter dem Leitmotiv „Dem Leben eine Zukunft geben" rückte die Fachgesellschaft Künstliche Intelligenz im Tumorboard, uro-onkologische Neuerungen und Robotik in den Mittelpunkt. Damit gibt die größte deutsche urologische Tagung auch den Takt für die onkologische Fortbildung in Niedersachsen vor.
KI als Treiber der uro-onkologischen Debatte
Das Forum der Präsidentin zur Künstlichen Intelligenz war nach DGU-Angaben so überfüllt, dass die Veranstaltung in einen weiteren Raum übertragen werden musste. DGU-Präsidentin Prof. Susanne Krege unterstrich im idw-Bericht, der Kongress solle „die ganze Breite unseres Faches zeigen und zugleich den Blick nach vorn richten" – die große Resonanz habe gezeigt, dass dies gelungen sei. Pressesprecher Prof. Axel Merseburger flankierte das mit dem Hinweis: „Volle Säle und intensive Diskussionen zeigen, dass der persönliche wissenschaftliche Austausch nichts von seiner Bedeutung verloren hat. Gerade bei Themen wie Künstlicher Intelligenz müssen wir Chancen, Grenzen und Konsequenzen gemeinsam diskutieren."
Für die urologische Onkologie in Niedersachsen heißt das: Tumorboard-Strukturen und KI-gestützte Diagnostik gehören auf die Agenda der nächsten CME-Module – von interdisziplinären Fallkonferenzen bis zu Schulungen für Hyperspektralbildgebung und Deep-Learning-Anwendungen.
Wissenschaftliche Auszeichnungen und Nachhaltigkeit
Im Präsidentenforum wurde der Maximilian-Nitze-Preis, die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der DGU, an PD Dr. Alexander Rathenborg aus Mannheim verliehen. Ausgezeichnet wurde seine Arbeit zur Hyperspektralbildgebung und zum Einsatz von Deep Learning für eine verbesserte Gewebeklassifikation in der Urochirurgie – ein Verfahren, das mittelfristig auch für Operationssäle im Nordwesten relevant werden dürfte. Erstmals vergab die DGU zudem einen Nachhaltigkeitspreis: MSD Sharp & Dohme GmbH erhielt die Auszeichnung für das Mehrwegsystem „Grüne Box", mit dem nach Unternehmensangaben seit 2021 rund 429 Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart wurden.
Ausblick: Wechsel an der Spitze, Frankfurt 2027
Mit dem Kongress endet die Präsidentschaft von Susanne Krege. Die Amtsübergabe an Prof. Dr. Maurice Stephan Michel markiert den Auftakt der nächsten Kongressperiode. Michel gestaltet den 79. DGU-Kongress gemeinsam mit Dr. Thomas Speck als Co-Kongresspräsident. Die Tagung findet vom 15. bis 18. September 2027 in Frankfurt am Main statt und steht unter dem Motto „Gemeinsam stark. Urologie vereint." Regionale Netzwerke in Niedersachsen können ihre Beiträge für das Programm 2027 jetzt bündeln.
Krege zieht im idw-Bericht Bilanz: „Schon die Vorbereitung dieses Kongresses hat mir viel Freude gemacht. Jetzt zu sehen, wie voll die Räume waren, wie intensiv diskutiert wurde und wie viele Menschen miteinander ins Gespräch gekommen sind, war für mich ein schöner Abschluss meiner Präsidentschaft. Ich danke allen, die dazu beigetragen haben." Den Staffelstab nimmt Michel mit dem Auftrag mit, die Impulse aus Düsseldorf – KI, Nachhaltigkeit, Kinderurologie – in eine breit getragene Agenda zu übersetzen.